Krankheit als möglicher Umkehrpunkt, als körperlich gewordene Notwendigkeit der Entwicklung

May 31, 2020

 

Warum ist die geistige Erweiterung der Medizin notwendig?

 

Unser heutiges Bewusstsein ist sehr stark von der Glauben an die Materie geprägt. Materie ist für unser Empfinden und Wahrnehmen die Realität. Dazu gehört auch die Informationswelt, die digitale Welt, die zwar auch nicht direkt wägbar ist, aber doch einer sicheren  Logik folgt und technisch begründbar ist.

Die gesamte Medizin begründet sich darauf, die Materie immer besser aus sich sich selbst heraus zu verstehen. Dabei werden die Einheiten die betrachtet werden immer kleiner, von einzelnen Organgen über Zellen, zu Zellteilchen, bis hin zur Genetik, und einzelnen Molekülen, Bakterien, oder ganz aktuell, Viren.

 

Wir sind es gewohnt zu denken, dass eine Krankheit sich darin begründet, dass ein Teil des Körpers eben nicht mehr richtig funktioniert und man dann nur sehen muss, welcher Teil das genau ist und man diesen dann eben reparieren muss, oder gegebenen falls einen fehlenden Stoff ersetzt. 

Die Naturheilkunde hat auch viele sehr gute, differenzierte und wirksame Methoden entwickelt um mit natürlichen Mitteln den Körper zu heilen bzw. in seinem Selbstheilungsprozess zu unterstützen. Auch hier sucht man die Heilung des Körpers aus dem Körper selbst heraus zu bewerkstelligen.

 

Auch wenn in den letzten Jahrzehnten durchaus auch systemische Ansätze entstanden sind, die nicht mehr nur das einzelne Teil für sich sehen, sondern versuchen die Komplexität des Körpers mit in Betracht zu ziehen, so bleiben aber auch diese Ansätze letzt endlich auf die Physis selbst beschränkt. 

Heilung wird verstanden als Wiederherstellung eines vorher gesunden Zustandes. Dabei wird die Heilung aus dem Körper selbst heraus gedacht. Genauso wie auch Krankheit aus dem Körper selbst gedacht und vorgestellt wird.

 

 

Der Mensch aber ist nicht nur Körper, sondern auch Seele und Geist. 

Geist ist die am schwierigsten zu fassende Dimension. Sicher ist dieser Geist mit dem Denken selbst in Verbindung, oder anders ausgedrückt ist das Denken ein Ausdruck des Geistes. Diesen Begriff in der Tiefe zu erfassen ist eine wirkliche Entwicklungsaufgabe. Soweit ich es bisher verstanden zu haben glaube, wohnt dieser Geist einem jedem Menschen inne. Er stellt die tiefste und niemals verletzbare Dimension des Menschen dar. Vielleicht ist es die Dimension, die sich erst langsam, im Laufe eines Lebens immer mehr ausspricht und  durch die vielen Lebenserfahrungen als Sinn und Bedeutung erlebt werden kann. Er ist wie ein Sehnsuchtspunkt des Menschen, der die Reinheit und Schönheit der geistigen Welt als ein Ideal gibt. 

 

Die Seele ist nun die vermittelnde Instanz, oder die „Arbeitsebene“, die Lebens- oder Erlebensebene. Sie trägt in sich ein Bedürfnis nach beständiger Ausdehnung, nach beständiger Entwicklung . Dabei will sie sowohl den Kosmos als auch die Erde, oder sowohl das geistige , als auch das Materielle erfahren, berühren und verwandeln.

Mit dem Denken kann sich der Mensch der Welt der Gedanken, also der reinen Geistwelt annähern. Er kann sie erforschen und ausformen, weiterentwickeln bis eine Wirksamkeit oder Verwirklichung sogar in die Physis hinein entsteht. Wir können einen Gedanken denken, uns Vorstellungen bilden, wir können Qualitäten erleben, wir können unseren Willen ausrichten. Wir haben eine Körper, der uns es ermöglicht etwas was wir uns vorgestellt haben auch zu verwirklichen. 

 

Krankheit bezeichnet einen Zustand, der ein Ergebnis ist aus einem bisherigen Leben mit bisherigen Umständen. In gewisser Weise kann man sagen, dass so wie sich das Leben bisher gestaltet hat, nun die Krankheit als ein gewisses Resultat, oder positiv ausgedrückt als ein Wendepunkt an den Menschen herantritt.

Viele Menschen haben schon die Erfahrung gemacht, dass sich ihr Leben  durch eine Erkrankung grundlegend verändert hat.  Sie sind wie „wach“ geworden an der Krankheit. Der Körper liegt da nieder und in der Erfahrung des Leidens  erwachen die Fragen nach der Ursache, aber auch nach Sinn und Bedeutung und darüber hinaus nach weiteren möglichen  Perspektiven.

 

Die Ursachen einer Erkrankung werden meist im Körper selbst, oder den physischen Lebensbedingungen gesucht. In den letzten Jahrzehnten, vermehrt auch in den psychosozialen Bedingungen, denn es ist klar geworden, dass der Mensch ja nicht isoliert auf die eigene Körperlichkeit betrachtet werden kann.

 

Doch wo liegen die Ursachen einer Erkrankung wirklich?

 

Der Mensch ist in einem bestimmten Umfeld das auf ihn einwirkt und gleichzeitig wirkt er selbst aber auch auf das Umfeld. Es ist wie ein dauerndes Kräftespiel. Je nachdem wie dieses Kräftespiel ausgerichtet ist, reagiert der Körper mit Gesundheit oder eben mit Krankheit. Dabei ist wichtig zu beachten, dass der Beginn eben nicht im Körper liegt, in einem Ungleichgewicht dort, sonders dieses erst als Reaktion auf eine Unordnung in den äußeren Beziehungen entsteht. Wieviele versteckte Machtspiele , unsolide Absichten, Manipulationen, Bindungsversuche, Neid und Missgunst begleiten die Beziehungsverhältnisse. Leider gerade in den familiären Zusammenhängen, in denen alte Abhängigkeiten und Machstrukturen nicht überwunden werden konnten und Entwicklungen oft nicht zugestanden werden.


Als allgemein gültiges Ziel der Seele kann man sagen, dass man sich immer weiter entwicklen möchte im Sinne einer positiven Entwicklung. Man sucht eine Vertiefung und Erweiterung der Interessen, der Erkenntnisse, der Beziehungsverhältnisse. Das ist eigentlich jedem Mensch eigen. Keiner will eine Reduzierung oder einen Rückschritt.  Im Kern aber geht es nicht nur um ein immer weiter, höher, mehr, sondern um eine Reifung der ganzen Person. Man will als Mensch reif werden, selbstständig, schön, harmonisch, frei und zugleich in herzenswarmer Verbindung zu den Mitmenschen.

 

Als erstes heiltherapeutisches Mittel ist dabei das Interesse zu erwähnen. Das wirklich geweckte Interesse für ein Thema richtet den Mensch auf und gebt ihm Kraft, Es wirkt insofern ordnend, als dass die Aufmerksamkeit nun nicht mehr emotional und sich abschließend nach Innen auf die eigene Innenwelt gerichtet ist, sondern auf eine „objektive“, das heißt außerhalb der eigenen Subjektivität liegenden Tatsache. Damit ist schon ein erster Schritt in die Beziehungsaufnahme und Kommunikation getan. Das sich drehen in der eigenen Innenwelt ist wie ein Vergiftungsprozess. Wie Wasser, das keinen ZU-und Abfluss hat, das nicht im permanenten Austausch und Bewegung breit, brackig und schließlich giftig wird, so wird auch die Seele giftig und sendet dieses Substanzen nach außen , wie auch nach Innen. 

Umweltverschmutzung ist unter diesen Aspekten neu zu denken.

 

Förderlich ist also alles, was eher die vernünftigen, logischen, freudigen, bewusst wahrnehmenden, kreativen Kräfte im Menschen fördert. Triebhafte, gierige, passive, konsumierende, unbewusste Formen sind eher zu meiden.

Das bedeutet aber nicht, dass eine Zwanghaftigkeit im Verhalten entstehen soll. Es ist mehr durch die Ausrichtung des Interesses auf gute Inhalte, Werte, Ziele, und die forschende, fragende Haltung, die es dann möglich macht, die eigene Unbewusste, emotionale, verwickelte, Seite in Ruhe zu lassen und sie dadurch auch zu befreien.

 

Ganz allgemein gesagt: Wenn neue Inhalte gedacht und entwickelt werden können, dann kann Altes auch ausgeschieden werden. Der wesentliche Heilsprozess ist also die Auseinandersetzung mit weiterführenden Themen, die Entwicklung von Interesse , die Kommunikation mit anderen Menschen.

 

Die geistige Erweiterung der Medizin liegt gerade in den Entwicklungsgedanken des Menschen. Dass der Mensch reifer, freier, selbstständiger, kreativer, moralischer werden will und kann.

Es geht nicht nur um die Wiederherstellung der Funktionalität des Körpers, und damit um eine gewisse Quantität, sondern um die Anhebung der Qualität. 

 

Der Therapeut betrachtet den Patienten aus diesem Bewusstsein heraus und stellt sich die Frage worin der nächst mögliche Schritt für den Patienten liegen könnte. Er weiß dass es einen nächst möglichen Schritt gibt und diesen zusammen mit dem Patienten heraus zuarbeiten ist die 

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